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Eine markante und allseits gern gehörte Bass-Stimme ist für immer verstummt.
Nach unserem Ehrenchorleiter Direktor Friedrich Gangl und unserem Tenor Alois Bernauer muss die Sängerrunde von ihrem Sangesbruder und der Kirchenchor von seinem Mitglied Josef Demmelbauer-Ebner Abschied nehmen und innerhalb weniger Monate ein weiteres Chormitglied zu Grabe geleiten.
Musik und Gesang waren nach Familie und Arbeit in Natur und Landwirtschaft wesentliche Lebensinhalte für unseren Verstorbenen.
Die Psychotherapeutin und Musikerzieherin Elke Wünnenberg fasste ihre Berufserfahrung in dem Satz zusammen: „Ich kenne kaum etwas, was dem Menschen in all seinen Aspekten dermaßen ideal entspricht wie das Singen.“
Dieser Einsicht hat Josef Demmelbauer-Ebner viele Jahrzehnte für sich, für seine Chorkolleginnen und -kollegen sowie für viele Zuhörer in Gottesdiensten, bei Chorkonzerten, bei freudigen und traurigen Anlässen in unserer Gemeinde und weit darüber hinaus entsprochen. Gelegentliches und privates Musizieren war ihm und seinen Brüdern – den sogenannten „Moarbuam“ – bald zu wenig, und so entstand 1947 die Sängerrunde St. Marienkirchen, deren Gründungsmitglied Josef Demmelbauer wurde. Er war nicht nur als Sänger eine Stütze des neuen Chores, sondern war auch bereit, diesen organisatorisch mitzutragen, indem er für viele Jahre Funktionen in der Schriftführung und in der Verwaltung der Gemeinschaftskassa übernahm.
Besonders hervorzuheben ist in den 63 Jahren seiner aktiven Mitgliedschaft in der Sängerrunde seine Treue und Verlässlichkeit gegenüber der Gemeinschaft, die sich darin zeigte, dass er an etwa 2000 Proben und an etwa 800 Auftritten bei Konzerten und Sängerfesten teilnahm, in denen seine sichere Bass-Stimme ein tragendes Fundament des Chores bildete. Für all diese Leistungen erhielt er 2007 den „Ehrenbrief mit Sonderabzeichen“ des Österreichischen Chorverbandes.
Als überzeugter Christ trat er 1960 dem Kirchenchor bei, dem auch seine Gattin Resi bis zu ihrem Tod 2008 angehörte. Hier wurde der „Oi-Vater“, wie er vertrauensvoll genannt wurde, ebenso wegen seiner Musikalität und wegen seiner Verlässlichkeit hoch geschätzt. In Würdigung seiner Verdienste wurde er mit der Goldenen Chornadel des Referates für Kirchenmusik der Diözese Linz und mit der Ehrenurkunde der Pfarre ausgezeichnet.
Krankheitsbedingt musste er 2010 seine aktive Mitgliedschaft in beiden Chören beenden.
Unvergessen wird uns Chormitgliedern und auch manchen Mitfeiernden eines Begräbnisgottesdienstes bleiben, wenn Josef Demmelbauer-Ebner im Requiem von Josef Güttler vor dem Evangelium das Bass-Solo im „Dies irae“ anstimmte.
Dieses Licht wünschen wir dir, lieber Josef, in dankbarer Verbundenheit über das Grab hinaus.
(von Willi Hintersonnleitner, Kirchenchor St. Marienkirchen)