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Chronik 1950 - Die Krise und die Rettung

Der Band, der die Jahre 1950 bis 1959 zusammenfasst, wurde 1960 geschrieben – aus dem Abstand eines Jahrzehnts und mit dem Wissen, wie es ausgegangen ist. Er beginnt mit dem Motto des Vereins:

„Es klinge hell dem Inn entlang
das deutsche Wort, der deutsche Sang!“

Motto der Sängerrunde – Franz X. Bubendorfer, Text: Karl Herz

Und mit einem einzigen Satz, der das ganze Jahrzehnt fasst: „In den letzten zehn Jahren – seit 1950 – erlebte unser Verein nach einer schweren Krise einen erfolgreichen Aufschwung.“

 

1950 – der Verein soll ruhend gemeldet werden

„Im Jahre 1950 wollte Obmann, Herr Oberlehrer Hans Unger, den Verein ruhend melden. Es herrschte nicht mehr die nötige Eintracht und somit wurde der Probenbesuch immer flauer. Dadurch konnte auch keine Veranstaltung mehr abgehalten werden. Die Folge war eine leere Kasse.“

Wie tief es ging, sagt der nächste Satz: „Beim Sängerfest in Taufkirchen wagte es der Chorleiter nicht, die einstudierten Chöre vorzutragen.“ Ein Chor, der zum Fest fährt und dort nicht singt.

„Trotzdem löste sich der Verein nicht auf. Herr Oberlehrer Unger trat aus dem Verein aus.“ Damit verlor die Sängerrunde den Mann, der sie zwei Jahre zuvor gegründet hatte.

Wer geblieben ist

„Die alten, treuen Sänger aber blieben. Seniorchef Jakob Bachmayer, die Seele des Vereines, schon 40 Jahre Sänger, und Chorleiter Gangl versuchten nun, neues Leben in die Sängerrunde zu bringen – und nach Monaten ging es wieder vorwärts.“

Jakob Bachmayer, Bäckermeister, war Gründungsmitglied und Obmann-Stellvertreter der ersten Stunde. 1951 übernahm er das Amt des Obmannes und führte den Verein bis 1954; danach war er Ehrenobmann.

1952 – Andorf

„1952 wurde unsere Sängerrunde anlässlich des Sängertreffens bei der Markterhebungsfeier in Andorf als 113. Mitglied in den oberösterreichisch-salzburgischen Sängerbund aufgenommen. Wir brachten auf dem Marktplatz das einfache Liedchen ‚Beim Holderstrauch‘ zur Aufführung und ernteten viel Applaus.“

15. August 1952 – Suben

„Das gab neuen Auftrieb, und als wir am 15. August 1952 bei der 900-Jahrfeier in Suben im großen Zelt vor einer zahlreichen Zuhörerschar mit den Chören ‚Wie’s daheim war‘ und ‚Waldandacht‘ den größten Applaus des Abends ernteten, waren unsere Hemmungen überwunden.“

Zwei Jahre nach dem Fest in Taufkirchen, bei dem der Chorleiter nicht zu singen wagte.

1954 – der neue Obmann

„Obmann Karl Mayr brachte neuen Auftrieb in die Sängerrunde. In großzügiger und uneigennütziger Weise stellte er sich mit Idealismus dem Verein zur Verfügung. Sein Organisationstalent und seine guten Ideen verhalfen der Sängerrunde zu großem Ansehen.“

Die Chronik zählt auf, was auf ihn zurückgeht: die Anschaffung der erneuerten Landestracht, der „durch viele Jahre erfolgreiche Bauernball“, der Ankauf der neuen Vereinsfahne und das Adventsingen 1960.