
Was im Vereinsjahr geschehen ist — Monat für Monat.
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15. Juli 1948 - Die Statuten werden gezeichnet
Vor der Gründung stand das Papier. Am 15. Juli 1948 zeichnete eine „provisorische Vereinsleitung“ die Satzungen der Sängerrunde – sechzehn Paragraphen auf vier maschingeschriebenen Seiten, vom Vereinszweck bis zur Auflösung.
3. August 1948 - Die Satzungen werden genehmigt
Die Sicherheitsdirektion in Linz genehmigte die Satzungen des Vereines unter der Zahl Sid/Ver. 3482/1. Jeder Sänger erhielt ein Exemplar.
1. September 1948 - Die konstituierende Versammlung
Von der Erkenntnis des erzieherischen und veredelnden Wertes des Gesanges getragen, berief Hans Unger, Oberlehrer in St. Marienkirchen, für den 1. September 1948 die konstituierende Versammlung ein. Erschienen waren 25 Personen.
Nach Darlegung des Zweckes und der Aufgabe einer Sängerrunde beschlossen die Anwesenden, eine solche unter dem Namen „Sängerrunde S. Marienkirchen bei Schärding“ ins Leben zu rufen.
1. September 1948 - Die erste Vereinsleitung
Bei der darauffolgenden Wahl in die Vereinsleitung wurden sieben Herren mit neun Ämtern betraut: Obmann Hans Unger, Obmann-Stellvertreter Jakob Bachmayer, Chormeister Friedrich Gangl, Chormeister-Stellvertreter Hans Unger, Schriftführer Philipp Staufenberger, Schriftführer-Stellvertreter Friedrich Gangl, Kassier Johann Wallner, Kassier-Stellvertreter Rudolf Schwarz und Archivar Rudolf Huber.
1. September 1948 - Was der Obmann in Erinnerung brachte
Nach vollzogener Wahl wandte sich der neugewählte Obmann an die Anwesenden und hielt in acht Punkten fest, worauf es ankomme. Der erste davon ist der wichtigste für die Vereinsgeschichte: die Sängerrunde könne bereits auf eine einjährige Arbeit zurückblicken. Es habe verschiedene Anfangsschwierigkeiten zu überwinden gegeben, da es an einem geeigneten Instrument wie auch an Notenmaterial mangelte.
Weil die Gesangsübungen im Schulhaus abgehalten wurden, möge jeder auf Ordnung und Reinlichkeit achten und sich benehmen, „wie es sich ernsten und gesitteten Männern geziemt“. Und dann folgt der Satz, der bis heute zitiert wird: „Der Chormeister ist die Seele des Vereines.“
1. September 1948 - Die Vorhaben: Sylvester, Hackenbuch, Zeitung
Wie im vergangenen Jahr sollte auch heuer eine Sylvesterveranstaltung vorbereitet werden; der Reinertrag war für ein Instrument und für Notenmaterial bestimmt.
Um die Öffentlichkeit auf den Verein aufmerksam zu machen, schlug der Obmann außerdem eine kleine Veranstaltung in Hackenbuch im Laufe des Herbstes vor – und einen Artikel in der Zeitung.
1. September 1948 - 513,50 Schilling von der Theatergruppe
Von der Theatergruppe St. Marienkirchen hatte der Vereinsobmann am selben Tag 513,50 Schilling übernommen. Die Summe wurde dem Vereinskassier Johann Wallner zur Verwaltung übergeben, alles Notenmaterial dem Archivar Rudolf Huber zur Aufbewahrung anvertraut.
1. September 1948 - Die neunzehn gründenden Mitglieder
Punkt 7 des Protokolls führt die gründenden Mitglieder namentlich auf: Jakob Bachmayer, Philipp Staufenberger, Johann Wallner, Hans Unger, Rudolf Schwarz, Alois Wimeder, Rudolf Huber, Friedrich Gangl, Hans Schneebauer, Josef Laufenböck, Franz Mayerhofer, Philipp Steckbauer, Johann Schachinger, Hubert Illibauer, Rudolf Oberwagner, Richard Schachinger, Franz Ebner, Josef Ebner und Josef Pichler.
Der älteste war Jahrgang 1883, der jüngste Jahrgang 1931 – zwischen dem ersten und dem letzten Gründer lagen achtundvierzig Jahre.
Oktober 1948 - Öffentliche Gesangsprobe in Hackenbuch
Aus dem Vorschlag vom September wurde ein Auftritt: im Oktober veranstaltete der Verein eine öffentliche Gesangsprobe in Hackenbuch, um die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam zu machen. „Es hat sich erwiesen, dass diese Veranstaltung Früchte getragen hat“, hielt der Obmann im Jahresbericht fest.
Silvester 1948 - Die Sylvesterveranstaltung
Die Sylvesterveranstaltung wurde zweimal aufgeführt und kann „in jeder Beziehung als vollgelungen bewertet werden“. Das Programm war reichhaltig, gut gewählt und durchgearbeitet und hat dank dem guten Besuch der Vereinskasse auf die Beine geholfen.
Durch Vermittlung des Musikprofessors Bübendorfer aus Rainbach, der dem Verein nebenbei manchen guten gesanglichen Wink gab, wurde das Programm auch in Rainbach aufgeführt. Von dieser Wiederholung stammt das älteste erhaltene Foto der Sängerrunde.
Ende 1948 - Der Rückblick auf das Arbeitsjahr
Der Band schließt mit einem Satz, in dem schon der Ton der späteren Chroniken steckt: „Auf das Arbeitsjahr 1948 zurückblickend, kann ohne Überheblichkeit festgestellt werden, daß der Verein im Laufe dieses Jahres Beachtenswertes geleistet hat.“
Und gleich danach die erste Rüge der Vereinsgeschichte: „Manches läßt wohl noch immer der Ernst einiger Sänger zu wünschen übrig, die oft ohne triftige Gründe den Gesangsübungen nicht beiwohnen, doch mit solchen Erscheinungen wird man wohl immer rechnen müssen.“