Eine Wand mit den Jahreszahlen von 1947 bis 2026 und dem Schriftzug „Chronik“

Chronik 1950 – 1959

Was im Vereinsjahr geschehen ist — Monat für Monat.

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1950 - Die schwere Krise

Das Jahrzehnt begann beinahe mit dem Ende. „Im Jahre 1950 wollte Obmann, Herr Oberlehrer Hans Unger, den Verein ruhend melden. Es herrschte nicht mehr die nötige Eintracht und somit wurde der Probenbesuch immer flauer. Dadurch konnte auch keine Veranstaltung mehr abgehalten werden. Die Folge war eine leere Kasse.“

Beim Sängerfest in Taufkirchen „wagte es der Chorleiter nicht, die einstudierten Chöre vorzutragen“. Der Gründungsobmann trat aus dem Verein aus.

Zur Krise von 1950 und dem Neubeginn >>

Nach 1950 - „Die alten, treuen Sänger aber blieben“

„Seniorchef Jakob Bachmayer, die Seele des Vereines, schon 40 Jahre Sänger, und Chorleiter Gangl versuchten nun, neues Leben in die Sängerrunde zu bringen – und nach Monaten ging es wieder vorwärts.“

1951 - Jakob Bachmayer wird Obmann

Der Gründungs-Obmannstellvertreter übernahm das Amt des Obmannes und führte den Verein durch die Jahre der Erholung. Sein Portrait in der Chronik nennt die Daten: Gründungsmitglied, Obmannstellvertreter 1947 bis 1951, Obmann von 1951 bis 1954, danach Ehrenobmann.

1952 - Aufnahme in den Sängerbund

Anlässlich des Sängertreffens bei der Markterhebungsfeier in Andorf wurde die Sängerrunde als 113. Mitglied in den oberösterreichisch-salzburgischen Sängerbund aufgenommen.

„Wir brachten auf dem Marktplatz das einfache Liedchen ‚Beim Holderstrauch‘ zur Aufführung und ernteten viel Applaus. Das gab neuen Auftrieb.“

15. August 1952 - Die 900-Jahr-Feier in Suben

Der Durchbruch kam im großen Zelt. „Als wir am 15. August 1952 bei der 900-Jahrfeier in Suben im großen Zelt vor einer zahlreichen Zuhörerschar mit den Chören ‚Wie’s daheim war‘ und ‚Waldandacht‘ den größten Applaus des Abends ernteten, waren unsere Hemmungen überwunden.“

„Es begann eine ausdauernde Probenarbeit, und diese wurde auch von Erfolg gekrönt.“

1954 - Karl Mayr wird Obmann

Karl Mayr übernahm das Amt, Jakob Bachmayer wurde Ehrenobmann. „Obmann Karl Mayr brachte neuen Auftrieb in die Sängerrunde. In großzügiger und uneigennütziger Weise stellte er sich mit Idealismus dem Verein zur Verfügung. Sein Organisationstalent und seine guten Ideen verhalfen der Sängerrunde zu großem Ansehen.“

Auf ihn gehen zurück: die Anschaffung der erneuerten Landestracht, der „durch viele Jahre erfolgreiche Bauernball“, der Ankauf der neuen Vereinsfahne und das Adventsingen 1960.

16. Jänner 1956 - Das Gruppenbild vor der Kirche

Die Chronik bewahrt ein datiertes Gruppenbild: dreißig Sänger in drei Reihen vor der Kirchenmauer, die vordere Reihe sitzend, alle mit Hut. Darunter steht in blauer Tinte „Sängerrunde St. Marienkirchen bei Schärding, 16. Jänner 1956“ – und die vollständige Namensliste, Reihe für Reihe, von links nach rechts.

30. Juni bis 2. Juli 1957 - Die Sängerfahrt ins Herz der Dolomiten

Drei Tage, Abfahrt um 5 Uhr früh beim Kaufhaus Billinger. Über Salzburg, das Gasteinertal und den Tauerntunnel nach Lienz; am zweiten Tag an den Drei Zinnen vorbei nach Cortina d’Ampezzo, über den Falzaregopaß und das Pordoijoch nach Brixen; am dritten über den Brenner nach Innsbruck und heim.

Das gedruckte Programm liegt in der Chronik, unterschrieben „Euer Reiseleiter F. Gangl e. h.“ – mit der Mahnung: „Reisepässe bzw. Personalausweise nicht vergessen!“ und „Jede Abfahrtszeit wird pünktlich eingehalten!“

Zu den Sängerfahrten 1957 und 1959 >>

12. bis 13. Juli 1959 - Die Sängerfahrt ins Burgenland

Zwei Tage, Abfahrt am Montag um 4 Uhr früh. Über Linz, St. Pölten und Wiener Neustadt nach Eisenstadt: Bergkirche mit Haydngrab, Schloß Esterházy, Esterházykeller. Am Dienstag nach Rust, „Stadt der Störche“, an den Neusiedler See und weiter nach Wien mit Rundfahrt und Führung durch das Parlament – Rückreise durch die Wachau, Ankunft „um ca. 24 Uhr“.

Auch dieses Programm ist erhalten und endet gleich: „Kommt pünktlich am Montag, den 13. d. M. um 4 Uhr und bringt gute Laune und schönes Reisewetter mit!“

1950 bis 1959 - Was das Jahrzehnt ausmachte

„Wir können mit Befriedigung sagen, dass unsere Sängerrunde in den letzten zehn Jahren bedeutende Kulturarbeit geleistet hat.“

Die Silvesterfeiern gehörten zu den beliebtesten Veranstaltungen der Gemeindebevölkerung; Sänger, Instrumentalisten und Laienspieler zeigten dort gute Leistungen. „Es wurde zur Selbstverständlichkeit, dass alle aktiven Sänger ihre Hochzeit im Kreise der Sangesbrüder bei ernstem und frohem Sang feiern.“ Und: „Es gibt kein Fest ohne Sängerrunde.“

In der erneuerten oberösterreichischen Landestracht sang der Verein bei Sängerfesten in Andorf, Suben, St. Marien, Weilbach, Eggerding, Rainbach, Frankenburg, Obernberg, Wernstein und Schärding – und im benachbarten Bayern in Mittich, Pocking, Sulzbach, Ortenburg, Waldkirchen und Neuburg. In den Autobusreisen, deren Reiseleitung stets Chorleiter Gangl hatte, lernten die Sänger „fast ganz Österreich“ kennen.

Zwei Belege aus diesen Jahren tragen kein Jahr: ein Foto mit der Bildunterschrift „Unsere Sängerrunde beim Bundessängerfest in Salzburg“ und ein Zeitungsausschnitt über ein „Bayrisch-österreichisches Sängertreffen in Schärding“ am 3. Juni, bei dem die Sänger aus St. Marienkirchen unter Lehrer Gangl „durch sehr hohe Gesangskultur und gute Stimmen“ auffielen. In welches Jahr die beiden gehören, sagt die Chronik nicht.