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„Lehrreiche, freudige und erholsame sowie gemütliche Tage waren der 10. und 11. Juli dieses Jahres.“ So beginnt der ausführlichste Reisebericht der ganzen überlieferten Chronik – drei Seiten für zwei Tage.
„Zum erstenmal in der Geschichte unseres Vereines waren wir bei unserer ‚Sängerfahrt‘ vollzählig. Das alleine war schon Grund genug für gute Stimmung. Dazu kam noch herrliches Wetter, ein tadelloser Autobus von der Firma Lindlbauer in Mauerkirchen, eine gut gewählte Fahrtroute.“
Montag, 10. Juli – 5 Uhr früh
Abfahrt vom „Parlamentsplatz“ in St. Marienkirchen in Richtung Braunau, durch den Weilhartsforst nach Oberndorf-Laufen, über die österreichisch-bayerische Grenze und den Wagingersee nach Traunstein.
Traunstein – die Maß
„Über Anregung unseres Sangesbruders Alois Moritz stiegen wir dort im ‚Hofbräu-Bräustüberl‘ ab, stärkten uns mit schmackhaften ‚Münchner Weißwürsten‘ und wohlschmeckendem bayerischen Bier. Nachdem wir den Besitzern des Hofbräuhauses in Traunstein ein Ständchen gesungen hatten, gereichte es uns sehr zur Ehre, pro Mann mit einer ‚Maß‘ bewirtet worden zu sein.“
Zwei Monate später sang die Sängerrunde in derselben Stadt beim 50-Jahr-Fest des Männergesangvereines Traunstein – der Beginn einer Freundschaft, die im Juli 1962 rund hundert bayerische Sänger nach St. Marienkirchen brachte.
Weiter nach Kufstein und Krimml
„In bester Stimmung fuhren wir vorbei am Chiemsee über Sachrang nach Kufstein, wo wir im ‚Auracher Löchl‘ speisten, die Heldenorgel hörten und die Stadt besichtigten.“ Über Wörgl, das Brixental, Kitzbühel, den Paß Thurn und Mittersill ging es am Nachmittag nach Krimml.
„Der Weg zu den Krimmler Wasserfällen war für manche beschwerlich, für die meisten aber lohnenswert. Herr Bachmayer mit seinen 79 Jahren stieg bis zum ‚Schönangerl‘ auf. Eine beachtliche Leistung, die nur ein Sänger in diesem Alter vollbringen kann.“
Gemeint ist der Ehrenobmann Jakob Bachmayer, Gründungsmitglied von 1948 und Obmann der Jahre 1951 bis 1954.
Dienstag, 11. Juli – Kaprun
„Die Nacht über blieben wir im Hotel Orgler in Kaprun. Dort wurden wir gut bewirtet, und am nächsten Morgen fuhren wir, nachdem wir der Herbergswirtin noch einen Chor gesungen hatten, zur Limbergsperre. Alle 46 Reiseteilnehmer waren beeindruckt von diesem in herrlichster Bergwelt angelegten gigantischen Bauwerk.“
„Die Rückfahrt durch das Salzachtal – St. Johann – Paß Lueg – Besichtigung der Salzachöfen – Umfahrung von Salzburg – erreichte den Höhepunkt bei der letzten Jausenstation im Zipfer Bräustüberl.“
Und die Ankunft
„Schon bei der Ankunft erreichte uns die traurige Nachricht vom Ableben unseres unterstützenden Mitgliedes Johann Wintersteiger. Wir sangen bei seinem Begräbnis am offenen Grabe den Chor ‚Über den Sternen‘.“