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Zwei Jahre lang war eine Freundschaft gewachsen, die es vorher nicht gegeben hatte. Am 24. September 1961 sang die Sängerrunde beim Gründungsjubiläum des Männergesangvereines Traunstein – als einziger österreichischer Verein. Am 22. Juli 1962 kamen rund hundert bayerische Sängerinnen und Sänger aus Traunstein und Trostberg in drei Autobussen nach St. Marienkirchen. Der Chronist schloss den Bericht damals mit dem Satz: „Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch in Trostberg.“
Am 15. September 1963 war es so weit.
24. August – das Vorkommando
Wie ein Jahr zuvor die Bayern, so schickte diesmal die Sängerrunde ein Vorkommando über die Grenze: Obmann Mayr, Chorleiter Gangl, Alois Moritz, Schriftführer Lenzenweger und Johann Wieshammer fuhren nach Trostberg zur Vorbesprechung des Sängerausfluges.
„Schon bei dieser Gelegenheit zeigten sich unsere Sängerfreunde (MGV Trostberg) sehr gastfreundlich.“
15. September – die Fahrt
„Als wir am 15. September mit 2 Autobussen und mit unserer Trachtenkapelle nach Trostberg fuhren, gab es dort großen Empfang und Verbrüderungsfeiern mit den Sängerinnen und Sängern aus Trostberg und Traunstein, bei dem auch Herr Bürgermeister von Trostberg anwesend war und versprach, beim Gegenbesuch der Trostberger nach St. Marienkirchen mitzukommen. Die Musikkapelle bekam Bier u. Essen gratis.“
Am Rand derselben Seite hat der Chronist nachgetragen, was Obmann Mayr mitgebracht hatte: Er „überreichte sowohl dem Obmann des MGV Trostberg als auch dem Dirigenten d. Trostberger Damen- u. Gemischtchores eine kunstvolle Einlegearbeit von Walter Gupfinger“.
Wie es in Trostberg angekündigt wurde
Im Chronikband kleben zwei Ausschnitte des Trostberger Tagblatts. Der erste ist der Vorbericht vom 10./11. September 1963, überschrieben „Besuch beim Männergesangverein – Sängerrunde St. Marienkirchen zu Gast“:
„Der Männergesangverein Trostberg erhält am kommenden Sonntag, 15. September, Besuch aus Oberösterreich. Die Sängerrunde St. Marienkirchen kommt zu ihren Trostberger Freunden, um deren Besuch im letzten Jahr zu erwidern. Der Chor des kleinen oberösterreichischen Ortes genießt einen sehr guten Ruf.“
„Der Männergesangverein Trostberg ist bemüht, den etwa 70 zu erwartenden Sängern aus Österreich ebenfalls einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. … Die beiden Abordnungen werden gegen 14 Uhr am Steiner Keller erwartet. Dort findet anschließend ein Freundschaftssingen aller drei Vereine statt, das durch Darbietung der Musikkapelle St. Marienkirchen und der ‚Alzviertler Buam‘ noch bereichert wird. Bürgermeister Wex wird den Gästen den Willkommensgruß entbieten. … Eintritt wird keiner erhoben.“
Und wie es hinterher darin stand
Der zweite Ausschnitt, mit dem Tag 17.9.63 von Hand nachgetragen, trägt die Überschrift „Sängerfreundschaft kennt keine Schlagbäume – Der Männergesangverein Trostberg hatte lieben Besuch aus Österreich“:
„Beiden Gastvereinen wurde zunächst beim Eintreffen am Parkplatz neben dem Gasthof Steiner-Keller ein ‚Grüß Gott mit hellem Klang‘ entboten. Die Gäste erwiderten ebenfalls mit einem frischen Sängergruß und die österreichische Blaskapelle spielte einen zündenden Auftaktmarsch.“
„Dann begab man sich in den Steiner-Keller, wo man im vollbesetzten Saal zunächst Worte und dann Lieder wechselte.“ Der Vorstand des gastgebenden Vereines, Herr Völkl, erinnerte an das erste Zusammentreffen der drei Vereine in Traunstein und verwies auf den Besuch in St. Marienkirchen, „der heute noch unvergessen sei“.
Bürgermeister Wex sagte dasselbe, was der Chronist notiert hatte, nur ausführlicher: „Bei einem eventuellen neuen Besuch der Trostberger in St. Marienkirchen würde er, Bürgermeister Wex, auch gerne zu diesem Ort fahren, um ihn persönlich kennenzulernen.“ Für die Gäste dankte Chorleiter Gangl.
„Dann wickelte sich ein höchst abwechslungsreiches Programm ab, an dem der Männer- und gemischte Chor des Gastgebers, der gemischte Chor des MGV Traunstein und der Männerchor von St. Marienkirchen gleichermaßen beteiligt waren. Dazu spielte die Blaskapelle von St. Marienkirchen und die nun schon weit über Trostbergs Grenzen hinaus bekannten ‚Alzviertler Buam‘ sangen die schönsten Lieder aus ihrem reichhaltigen Repertoire.“
„Es spricht für die ausgezeichnete Stimmung, daß die Sänger und Sängerinnen bis um 10 Uhr abends in geselligem Kreise beisammenblieben und die Abfahrt der österreichischen Gäste immer wieder hinausgeschoben wurde. Zum Abschied versprach man sich, recht bald wieder zusammenzukommen und die geknüpften Bande nicht abreißen zu lassen.“
Drei Jahre, drei Vereine
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Datum |
Was geschah |
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24. September 1961 |
Die Sängerrunde singt beim Gründungsjubiläum des MGV Traunstein – als einziger österreichischer Verein. Dort treffen die drei Vereine zum ersten Mal zusammen. |
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22. Juli 1962 |
Rund hundert Sängerinnen und Sänger aus Traunstein und Trostberg kommen in drei Autobussen nach St. Marienkirchen. |
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24. August 1963 |
Das Vorkommando der Sängerrunde bespricht den Ausflug in Trostberg. |
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15. September 1963 |
Zwei Autobusse und die Trachtenkapelle fahren nach Trostberg – die Zeitung erwartete rund 70 Sänger aus Österreich. Freundschaftssingen im Steiner-Keller bis 10 Uhr abends. |