Eine Wand mit den Jahreszahlen von 1947 bis 2026 und dem Schriftzug „Chronik“

Chronik 1966

Was im Vereinsjahr geschehen ist — Monat für Monat.

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21. Jänner 1966 - Generalversammlung

„Generalversammlung, sehr guter Besuch, ruhiger Verlauf.“

Dazu, in derselben Zeile und ohne weiteren Kommentar: „25 l Bier von der Brauerei Kapsreiter über Vermittlung des Archivars Julius Hackl.“

20. Februar 1966 - Sängermaskenball

„Der traditionelle Sängermaskenball war auch heuer wieder ein gesellschaftliches Ereignis mit außerordentlich gutem Besuch und der finanzielle Erfolg des Jahres.“

18. März 1966 - Die Probe bei Putzinger

„Die alljährliche Probe bei Putzinger verlief diesmal verhältnismäßig ruhig.“

Drei Jahre zuvor hatte der Chronist über dieselbe Einrichtung notiert: „Putzinger Proben sind hauptsächlich ‚Weinproben‘.“

15. Mai 1966 - Die Hochzeit von Maria Demmelbauer-Ebner und Wilhelm Bernauer

„Wir wurden eingeladen, bei der Hochzeit des Brautpaares Maria Demmelbauer-Ebner und Wilhelm Bernauer mitzuwirken. Wir sangen in der Kirche die ‚Bauernmesse‘ erstmalig und verschönerten die Hochzeitsfeier im Gasthaus Daller durch Chorvorträge.“

„Sehr feuchtfröhlich war das ‚Brautstehlen‘, dank des großzügigen ‚Brautweisers‘, dessen Gattin übrigens einen sehr guten Farbfilm bei dieser Hochzeit drehte.“

Und dann der Satz, mit dem der Band von 1966 in Erinnerung bleibt: „Die Braut wurde auch mit dem Flugzeug entführt. Erstmalig in Österreich!“

Ob das stimmt, sagt keine andere Quelle – es ist der Anspruch des Chronisten. Der Farbfilm, den die Gattin des Brautweisers drehte, liegt dem Verein nicht vor.

22. Mai 1966 - Die Doppelhochzeit der Brüder Pichler

„Schon wieder, und diesmal sogar Doppelhochzeit – Gründungsmitglied Josef Pichler und Uta Gimbel sowie dessen Bruder Ludwig Pichler und Maria Kaser heiraten.“

„Wir sangen auf Wunsch der Brautpaare die Schubertmesse und gratulierten bei der Hochzeitstafel im Gasthaus Daller mit Festchören.“

Sieben Tage nach der Hochzeit im selben Gasthaus – das Vereinsjahr 1966 kennt drei Hochzeiten, und alle drei singt die Runde.

26. Juni 1966 - Das Sängerfest in St. Salvator

„Vollzählig beteiligten wir uns am Sängerfest in St. Salvator in Bayern.“

Der Männerchor St. Salvator, 1961 gegründet, feierte sein fünfjähriges Bestehen mit einer Fahnenweihe; Einladung und ein vierseitiges Festprogramm liegen im Chronikband.

Was dann kam, erzählt der Chronist als Glücksfall: „Leider war im Festzelt kein Platz und wir mußten in einem sehr sauberen Gasthaus unser Auskommen suchen. Dies war aber ein glücklicher Zufall, denn dort fanden sich sogleich weitere Vereine ein, und wir sangen da sehr erfolgreich.“

„Karl Demmelbauer-Ebner glänzte mit seinen Solovorträgen und ein bayrischer Viehhändler zahlte für uns 30 Maß gutes bayrisches Bier.“

15. Juli 1966 - Die Bayern kommen zurück

„Die Bayern hatten an uns so viel Freude, daß sie uns am 15. Juli 66 und dann im Laufe des Sommers und Herbstes noch mehrmals besuchten und wir mehrere fröhliche Abende mit ihnen verbrachten.“

Und, als trockener Nachsatz: „Kein schlechtes Geschäft machte dabei unser Herbergswirt.“

23. Juli 1966 - Der Sängerausflug durch den Bayerischen Wald

„Sängerausflug mit Niedermayer-Bus nach Passau – Vilshofen – Plattling – Straubing (Bayerns Kornkammer) – Cham – Bayrisch-Eisenstein – Arbersee – Arber (Sesselliftfahrt) – Bodenmais – Zwiesel – Grafenau – Tittling (Fröhlicher Abschluß im Gasthof zur Post).“

„Eine recht gut gelungene Fahrt durch den Bayrischen Wald, die bei schönerem Wetter auch landschaftlich viel geboten hätte.“

Die Fahrt streift Cham – den Ort, aus dem zwei Jahre später die Freundschaft mit dem Oberpfälzer Volksliedkreis kommen wird.

23. September 1966 - Die gemeinsame Probe in St. Florian

„Probe für das Sängerfest (Gausängerfest in Schärding) im Gasthaus Moritz in St. Florian gemeinsam mit den Männerchören Vichtenstein und St. Florian a. Inn unter Leitung von H. Direktor Mitterecker.“

2. Oktober 1966 - Das Gausängerfest zur 650-Jahrfeier von Schärding

„Beim Gausängerfest in Schärding anläßlich der 650-Jahrfeier der Stadt Schärding am 2. Oktober 66 sangen wir mit den Vereinen St. Florian a. Inn u. Vichtenstein die Schubertmesse und die Festchöre ‚Niederländisches Dankgebet‘ und ‚Heimat‘. Außerdem nahmen wir mit Fahne am Festzug teil.“

Ein Farbfoto im Band zeigt einen Festzug: vorn ein Bub mit dem Vereinsschild „Sängerrunde St. Marienkirchen/Schärding“, daneben zwei Fahnenträger, dahinter die Sänger in Tracht, im Hintergrund eine Zeile barocker Giebelhäuser unter Fahnenschmuck. Beschriftet ist es nicht.

9. Oktober 1966 - Ständchen für den Ehrensänger Rudolf Schmidt

„Geburtstagsständchen für ‚Ehrensänger‘ Rudolf Schmidt zu dessen 81. Geburtstag. Nachfeier im Gasthaus Putzinger.“

Im Band klebt ein Zeitungsausschnitt über ein solches Ständchen, und er weicht in zwei Punkten ab: er schreibt den Namen „Rudolf Schmid“ und nennt „die Vollendung seines 80. Lebensjahres“. Ein Jahr trägt er nicht; er könnte vom Vorjahr stammen. Aufgelöst ist das nicht.

Was er zusätzlich festhält: „Herrn Schmid wurde schon vor Jahren der Ehrenbrief des österreichischen Sängerbundes und die goldene Sängernadel verliehen“, und beim Beisammensein im Gasthaus Putzinger habe der Jubilar „seine Ezählkunst wie in den besten Zeiten seines Lebens“ entwickelt.

18. Oktober 1966 - Der gemeinsame Geburtstag

„Obmann Mayr und Schriftführer Lenzenweger feiern gemeinsam Geburtstag. Zuerst Ständchen im Hause Mayr mit ‚Vorschoppen‘. Anschließend Probe und dann Feier bei Brathendeln und Wein. Die Vollzähligkeit der Sänger trug zum besten Gelingen dieser von den Geburtstagskindern finanzierten Feier bei.“

Und darunter die Bemerkung, die den Ton des Bandes trifft: „Obmannstellvertreter Franz Demmelbauer-Ebner würde sagen ‚Is e ålleweil dös Gleiche!‘“

6. November 1966 - Heldenehrung

„Anläßlich der Heldenehrung durch die Ortsvereine sangen wir beim Gottesdienst die Schubertmesse.“

13. und 20. November 1966 - Die Heimatabende „Auf, auf zum fröhlichen Jagen!“

„Nach langem Zögern veranstalten wir im Wösnersaal in Münzkirchen über Einladung des dortigen AAB einen Heimatabend unter dem Motto ‚Auf, auf zum fröhlichen Jagen!‘“

Am ersten Abend, dem 13. November in Münzkirchen: „Der Besuch war nicht zufriedenstellend.“

Am zweiten, dem 20. November im Gasthaus Daller in St. Marienkirchen: „ein voller Erfolg“ im „überfüllten Saal“, und „das Programm wurde durch die Jagdhornbläsergruppe noch verschönt“.

Dasselbe Programm, dieselben Mitwirkenden, eine Woche Abstand – und zwei verschiedene Abende.

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26. Dezember 1966 - Die Hochzeit des Fähnrichs Ernst Reinthaler

„Ein Erlebnis für uns alle wurde die Hochzeit unseres Fähnrichs Ernst Reinthaler mit Christine Hofer: Wir sangen in der Stiftskirche in Reichersberg die Schubertmesse und den Trauungschor ‚So nimm denn meine Hände!‘ Karl Demmelbauer-Ebner sang das ‚Ave Maria‘ von Bach-Gounod. An der Orgel war Pater Roman, ein Freund unserer Sängerrunde.“

„Es war ein Singen u. Klingen in der herrlichen Stiftskirche, das alle Anwesenden erfreute.“

„Auch die anschließende Hochzeitsfeier im Gasthaus Froschauer in Dietrichshofen verlief sehr fröhlich – Wir Sänger waren Gäste des Hochzeitspaares und schließlich war unser Obmann Mayr ‚Brautweiser‘ und sein Maß ist ein Liter Wein pro Sänger, natürlich sind dabei – und dies sei zur Ehre der Sänger gesagt – auch die Hochzeitsgäste beteiligt.“

Vereinsjahr 1966 - Die Bilanz

„Unser Verein kann auf das Vereinsjahr 1966 recht zufrieden zurückblicken, wenn auch im aktiven Mitgliederstand eine geringe Veränderung durch 2 Neubeitritte (Goder Johann und Fuchs Erwin) und 4 Austritte – meist altersbedingt (Erich Neulinger, Schriftführer Lenzenweger wegen Übersiedlung, Johann Straif und Kesztele Kuno) erfolgte.“

„Der Mitgliederstand an aktiven Sängern beträgt also am Tage der 20. Generalversammlung 25 Sänger (6 I. Tenöre, 8 II. Tenöre, 7 I. Bässe und leider nur 4 II. Bässe), davon sind drei Sänger beim Bundesheer.“

„Die Zahl der unterstützenden Mitglieder ist heuer durch aktive Werbung der Sänger auf 94 angestiegen. Ein Beweis, daß unsere Sängerrunde sich allgemeiner Beliebtheit erfreut.“

„Wir ausübenden Sänger trafen uns heuer fünfzig mal, davon 16 mal zu Veranstaltungen bzw. außerordentlichen Proben; (78,2 %)“

Eine Merkwürdigkeit bleibt: Schriftführer Lenzenweger steht in dieser Aufzählung unter den Austritten – und feiert im Oktober desselben Jahres mit den Sängern seinen Geburtstag. Der Band löst das nicht auf.

Zum Schluss zieht der Chronist die Grenze selbst: „Somit nahm auch das Kalenderjahr 1966 einen sehr harmonischen Ausklang für unsere Sängerrunde. Das Vereinsjahr jedoch schließt am 6. Jänner 67 mit der Aufführung der ‚Bauernmesse‘ und dem ‚Stille Nacht‘ in der Frühmesse des Hl. 3-Königtages.“

Dieser Auftritt steht deshalb auf der Jahresseite 1967.