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Chronik 1976 - Das Sommerfest und die Tausendjährige Linde

Im Juli hätte es stattfinden sollen. „Wegen schlechten Wetter“ wurde es auf den 10., 11. und 12. September verschoben – und wurde das größte Unternehmen, das die Sängerrunde St. Marienkirchen bis dahin auf eigene Rechnung gewagt hatte.

„Dafür wurde dieses Fest, zu dem die ‚Tausendjährige Linde‘, die am 12. September 1976 zum Naturdenkmal erklärt wurde, Anlaß war, eine gute Neueinführung der Sängerrunde.“

 

Eine Woche Zimmermannsarbeit

„Eine Woche lang arbeiteten die Sänger am Bau eines großen Bierzeltes, das für etwa 700 Leute Platz bietet. Der Gastwirt Kriegl bewirtete die Sänger während dieser Woche bestens.“

Im Band klebt dazu ein Farbfoto: dreizehn Männer in Arbeitskleidung, Hüten und Kappen vor dem fertigen Holzgerüst, dessen Sparren wie ein Kirchenschiff über ihnen zusammenlaufen. Beschriftet ist es nicht.

 

Drei Tage

Tag

Was war

Freitag, 10. September

Bieranstich durch Bürgermeister Josef Pichler. „Die Musikkapelle Suben brachte Bombenstimmung in das Bierzelt.“

Samstag, 11. September

Die Tanzkapelle „Carena“ spielte. „Eine Heizkanone sorgte für Wärme. Besuch infolge kalter Witterung eher schlecht.“

Sonntag, 12. September

„Dafür schickte der Herrgott am Sonntag den 12. Sept. herrlichen Sonnenschein.“

 

Der Sonntag

„Schon beim Frühschoppen, zu dem die Musikkapelle St. Marienkirchen unter Kapellmeister Schmid spielte und der Rundfunkhumorist Karl Stiegler Bombenstimmung in das fast volle Zelt brachte, war St. Marienkirchen und vor allem Suben vertreten.“

„Die Nachmittagsveranstaltung begann mit der feierlichen Enthüllung der Plakette an der ‚Tausendjährigen Linde‘ durch Bgm. Josef Pichler; Herr VD Friedrich Gangl sprach über die Bedeutung der Naturdenkmäler und über die Geschichte des Brambergergutes.“

„Musikkapelle und Sängerrunde umrahmten die Feier.“

„Anschließend spielte die Musikkap. St. Marienkirchen bis zum Abend im Zelt. Es gab einen guten Ausklang für das arbeitsintensive 3-Tage Sommerfest.“

 

Der Mann am Rednerpult

Friedrich Gangl sprach an diesem Nachmittag nicht als Chorleiter, sondern als Volksschuldirektor – über Naturdenkmäler und über die Geschichte des Hofes, auf dem die Linde steht. Den Chor der Sängerrunde leitete er seit der Gründung: die „Chamer Zeitung“ hatte ihn 1972 „Dirigent der Sängerrunde seit 25 Jahren“ genannt. Drei Monate nach dem Fest führte er auch das Adventsingen.

 

Die Linde in den Chronikbänden

Wann

Was der Band sagt

1967

Nach dem Begräbnis des unterstützenden Mitgliedes Johann Kriegl findet der Leichenschmaus im Gasthaus zur Tausendjährigen Linde statt – die erste Erwähnung.

4. Juni 1971

Probe „im Gasth. z. 1000jähr. L.“

14. Februar 1975

Probe „beim Gasthaus zur 1000-jährigen Linde (Braunsberger)“.

12. September 1976

Die Linde wird zum Naturdenkmal erklärt; die Plakette wird enthüllt.

 

Was blieb

Der Chronist verbucht das Fest als „gute Neueinführung“ – ein neues, eigenes Fest neben dem Sängermaskenball und dem Adventsingen. Der Band dieses Jahres beginnt mit dem Satz „Dieses Jahr war wohl eines der aktivsten in der Vereinsgeschichte“ und endet mit „Also ein leistungsstarkes Vereinsjahr.“

Was in den einundzwanzig Jahren danach aus dem Sommerfest wurde, ist nicht überliefert: der nächste Chronikband, der dem Verein vorliegt, ist der des Jahres 1998.