Eine Wand mit den Jahreszahlen von 1947 bis 2026 und dem Schriftzug „Chronik“

Chronik 1975

Was im Vereinsjahr geschehen ist — Monat für Monat.

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3. Jänner 1975 - Hauptversammlung

„Das Jahr begann mit der Hauptversammlung am 3.1.“

Der früheste Termin einer Generalversammlung in allen Bänden.

6. Jänner 1975 - Bauernmesse und „Stille Nacht“ zur Frühmesse

„… und schon am 6.1. sangen wir bei der Frühmesse die Bauernmesse und ‚Stille Nacht‘ in der Pfarrkirche.“

10. Jänner 1975 - Die Probe beim Wirt in Hackenbuch

„Am 10.1. hielten wir die Probe beim Wirt in Hackenbuch.“

Der Wirt in Hackenbuch hieß Josef Zarbl. Im Dezember desselben Jahres sang die Sängerrunde an seinem Grab.

22. bis 24. Jänner 1975 - Drei Begräbnisse in drei Tagen

„Und nun hielt der Tod reiche Ernte bei den unterstützenden Mitgliedern.“

An drei aufeinanderfolgenden Tagen begleitete die Sängerrunde drei ihrer unterstützenden Mitglieder zu Grabe: am 22. Jänner Josef Edenstöckl, „Kainzl“; am 23. Jänner Rudolf Schmidt, den Träger des Ehrenbriefes des Sängerbundes; am 24. Jänner Maria Demmelbauer-Ebner, die Mutter der „Moabuben z’Buach“.

Mehr schreibt der Chronist zu keinem der drei – Datum, Name, ein Zusatz in Klammern. Für Rudolf Schmidt und Maria Demmelbauer-Ebner liegen Sterbebilder im Band.

14. Februar 1975 - Die Probe in der „Tausendjährigen Linde“

„Am 14. 2. hielten wir dann die Probe beim Gasthaus zur 1000-jährigen Linde (Braunsberger)“

Die „Tausendjährige Linde“ selbst wird ein Jahr später zum Naturdenkmal erklärt, und die Sängerrunde richtet dazu ihr erstes Sommerfest aus.

21. Februar 1975 - Die Probe im Gasthaus Putzinger

„… am 21. 2. im Gasthaus Putzinger.“

21. April 1975 - Die Probe der Inngauvereine für Altheim

„Probe der Vereine des Inngaues für Gründungsfest in Altheim (4. 5.).“

Ob die Sängerrunde am Fest selbst teilnahm, sagt der Band nicht. Belegt ist die Probe.

25. Mai 1975 - Das Plattenwerfen Tenor gegen Bass

„Turnier im Plattenwerfen Tenor gegen Bass 8 : 3 mit Forellenschmaus und frohem Sang im Gasthaus Schrems in Thalling.“

Ein Jahr später treten dieselben zwei Mannschaften noch einmal an, diesmal beim Eisstockschießen im Rückstau in Gstötten. Wie es damals ausging, notiert der Chronist nicht.

28. Mai 1975 - Abschied von Frau Zarbl aus Großwiesenhart

„Begräbnis des unterst. Mitgl. Frau Zarbl v. Großwiesenhart. (Mutter von Frau Pucher Jos.)“

Einen Vornamen nennt der Band nicht.

26. Juli 1975 - Die Sängerhochzeit

„Hochzeitsfeier (nachmittags) v. Sangesbruder Josef Demmelbauer-Ebner (Öl jun.) in der Pfarrkirche St. Marienkirchen und im Gasthaus Daller. Chorleiter Johann Wimmeder (Oblinger).“

⚠️ Der Band nennt zwei Daten für diesen Tag: der laufende Eintrag den 26. Juli, die Beschriftung des Hochzeitsfotos den 27. Juli 1975. Welches stimmt, sagt er nicht.

Johann Wimmeder führte bei dieser Trauung den Stab – wie im Jahr zuvor in Reichersberg. Der Chorleiter des Vereines war Friedrich Gangl: die Chamer Zeitung nannte ihn 1972 „Dirigent der Sängerrunde seit 25 Jahren“, und 1976 verzeichnet der Band beim Adventsingen die „Gesamtleitung VD Friedrich Gangl“.

28. September 1975 - Der „Tag der Alten“ und der Dreigesang

„Tag der Alten im Gasthaus Putzinger mit ‚Evergreens‘ und Dreigesang“

„Da ist anzuführen, daß in diesem Jahr sich unser Dreigesang (Karl Demmelbauer-Ebner, Alois Moritz und Franz Schmidlhuber) zu einer allseits beachteten Singgruppe entwickelt hat.“

Der Dreigesang bleibt: 1976 wirkt er beim Adventsingen mit und bei der Feierstunde „Herbst mit Richard Billinger“, und im Februar desselben Jahres singt die Sängerrunde bei der Trauung eines seiner drei Mitglieder.

27. Oktober 1975 - Das Sänger- und Musikantentreffen in Reichersberg

„Sänger- und Musikantentreffen der Oberösterreicher u. Oberpfälzer im Klosterhof in Reichersberg mit bester Stimmung und hervorragenden Liedvorträgen.“

Es ist die erste Begegnung mit der Oberpfalz, die weder in St. Marienkirchen noch in Bayern stattfindet.

21. November 1975 - Das Sängertreffen mit dem Gesangsverein Neuhaus

„Sängertreffen mit dem Gesangsverein Neuhaus beim Wirt in Hackenbuch.“

Es ist der letzte Eintrag, in dem der Wirt in Hackenbuch als Gastgeber vorkommt.

20. Dezember 1975 - Abschied von Josef Zarbl

Am 20. Dezember sang die Sängerrunde am Grab ihres tödlich verunglückten unterstützenden Mitgliedes Josef Zarbl, des Wirtes in Hackenbuch.

In seinem Gasthaus hatte sie in diesem Jahr zweimal gesungen: am 10. Jänner zur Probe und am 21. November beim Treffen mit dem Gesangsverein Neuhaus.

21. Dezember 1975 - Bauernmesse und Adventlieder zur Frühmesse

„Bauernmesse und Adventlieder in der Frühmesse gesungen.“

Der letzte Eintrag des Bandes – einen Tag nach dem Begräbnis.

Vereinsjahr 1975 - Der Sängermaskenball

„Der Sänger-Maskenball wurde wieder das Ballereignis von St. Marienkirchen. Viele herrliche Masken und beste Stimmung mit die bayrischen Musikantendirndln aus Traunwalchen.“

Als einziger der fünf Jahrgänge nennt dieser Band für den Ball kein Datum.

Im Band klebt dazu ein Farbfoto von sieben Personen in Kostümen, beschriftet „Die ‚Schindler-Dirndln‘ mit Anhang“. Ob das etwas mit den Traunwalchner Musikantinnen zu tun hat, sagt der Band nicht.

Vereinsjahr 1975 - Die Bilanz des Chronisten

Der Band beginnt nicht mit einem Datum, sondern mit einer Rechnung und einem Zweifel. Die Zahlen zuerst: „48 mal trafen sich die Sänger, davon 20 x zu Veranstaltungen und besonderen Anlässen.“ Damit „unterscheidet sich das 28. Vereinsjahr kaum von den vorhergegangenen“.

Dann schreibt der Chronist, was er selbst gesehen hat: „Wer aber mit dabei war, muß feststellen, daß die echte Aktivität nicht mehr ganz so ist wie früher. Die Mitarbeit bei den Proben ist nicht so echt.“

Woran es liegt, weiß er nicht, und er sagt es auch so: „Vielleicht wirkt sich auch bei den Sängern die allgemeine Hast etwas aus. Vielleicht ist es das Fernsehen, das uns zu konzertanten Aufführungen den Mut nimmt. Vielleicht geht es im nächsten Jahr wieder vorwärts.“

Das ist seine Einschätzung, nicht der Befund des Vereines – dreimal „vielleicht“ in vier Sätzen. Im Jahr zuvor hatte er kürzer dasselbe gesagt: „Auch dieses Vereinsjahr stand im Zeichen nicht allzugroßer Rührigkeit.“

Der Band von 1976 beginnt so: „Dieses Jahr war wohl eines der aktivsten in der Vereinsgeschichte.“