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Chronik 1979 - Die Gemeindepartnerschaft mit Stamsried und Suben

Im Jahr 1979 schließen drei Gemeinden eine Partnerschaft: die oberpfälzische Marktgemeinde Stamsried und die beiden oberösterreichischen Gemeinden St. Marienkirchen bei Schärding und Suben am Inn. Die Sängerrunde St. Marienkirchen steht am Anfang dieser Geschichte, und der Chronikband hält fest, daß das auch öffentlich gesagt wurde.

„Die ‚Verbrüderungszeremonie‘ im Sitzungssaal des Rathauses Stamsried war sehr feierlich. Viele Reporter waren anwesend, und es wurde rühmlich erwähnt, daß die Sängerrunde St. Marienkirchen die Urheber dieser Partnerschaft ist.“

 

Wie es dazu kam

Im Band klebt ein Zeitungsausschnitt vom Samstag, dem 30. Juni 1979, überschrieben „Gemeindepartnerschaft wird heute besiegelt“. Er erzählt die Vorgeschichte ausführlicher, als der Verein sie je selbst aufgeschrieben hat:

„Der Ursprung der Beziehungen zwischen St. Marienkirchen im Bezirk Schärding und Stamsried hat vieles mit dem Zufall zu tun. Die Sängerrunde St. Marienkirchen plante im Jahre 1968 für den Verein der Oberösterreicher in Wien einen Heimatabend unter dem bezeichnenden Motto ‚Frisch außa wia’s drin is!‘. Chorleiter Fritz Gangl erhält von einem Passauer Kollegen die Anregung, dazu eine Singgruppe aus der Oberpfalz einzuladen. Landauf, landab, reist er – zunächst ohne Erfolg, bis er auf den Oberpfälzer Volksliedkreis und Otto Preisl stößt.“

„Dieser vermittelt ihm die Cherauer Deandln und wirkt selbst bei dem erwähnten Heimatabend mit. Otto Preisl ist vom frischen Gesang der Marienkirchner Sänger so begeistert, daß er spontan ein Freundschaftstreffen zwischen den Innviertlern und Gruppen des OVK arrangiert. Als Veranstaltungsort wählt er Stamsried … Die Veranstaltung fand am 30. Mai 1969 im Stamsrieder Schloß statt.“

Der Bericht schreibt den Namen des Oberpfälzer Gastgebers an dieser Stelle „Preisl“ und wenige Zeilen später „Peisl“. Die Chronikbände schreiben durchgehend Otto Peisl.

 

Zwei Gründe, warum es hielt

Derselbe Bericht nennt zwei Umstände, die nach seiner Einschätzung entschieden haben:

„Die Oberösterreicher Sänger werden nicht etwa in den ausreichend vorhandenen Stamsrieder Gasthäusern einquartiert, sondern übernachten privat bei Stamsrieder Bürgern. Daß damit natürlich Bekanntschaften, ja man darf ruhig auch sagen, Freundschaften Grund gelegt wird, ist verständlich.“

„Der zweite Faktor ist die Teilnahme der kommunalen Mandatsträger: Landrat Ernst Girmindl kommt zu dem Volkstumsabend im Schloß – noch gehört freilich sein ‚Leib- und Magenlied‘, nämlich das des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer, nicht zum Repertoire der ‚Sameskirchner‘, wie die Sänger aus Oberösterreich in der Umgangssprache heißen.“

 

Elf Jahre

Wann

Was geschah

19. Oktober 1968

Der Heimatabend für den Verein der Oberösterreicher in Wien. Der Zeitungsbericht nennt sein Motto: „Frisch außa wia’s drin is!“

30. Mai 1969

Das erste Treffen im Stamsrieder Schloß. Die Sängerrunde ist zu Gast in der Oberpfalz.

13. und 14. September 1969

Der Gegenbesuch: Bürgermeister Spießl kommt mit Otto Peisl und mehreren Gruppen des Oberpfälzer Volksliedkreises nach St. Marienkirchen.

1970

Die Schuleinweihung in Stamsried, bei der die Sängerrunde singt.

Das Vereinsjubiläum

Neun Gruppen des Oberpfälzer Volksliedkreises kommen zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum der Sängerrunde nach St. Marienkirchen – siehe unten.

22. November 1978

Suben erhält aus der Hand des Landeshauptmannes sein Wappen; eine Abordnung aus Stamsried ist dabei.

30. Juni und 1. Juli 1979

Die Verbrüderungsfeier in Stamsried.

22. und 23. September 1979

Die Unterzeichnung der Urkunden in St. Marienkirchen und der Festabend in Suben.

 

Drei Angaben zum Vereinsjubiläum

Wann die neun Gruppen des Oberpfälzer Volksliedkreises zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum kamen, sagen die Quellen verschieden. Der Chronikband verzeichnet die Feier unter dem 23. September 1972. Über der zugehörigen Bildfolge steht im selben Band „23. 9. 1973“. Und der Zeitungsbericht von 1979 schreibt: „September 1973, ‚Familienfest‘ in St. Marienkirchen, mit Oberpfölzer Gästen: Zum 25jährigen Jubläum der Sängerrunde weilen neun Gruppen des OVK im Nachbarland.“ (Die Druckfehler stehen so im Ausschnitt.)

Die Angaben stehen nebeneinander; aufgelöst sind sie nicht.

 

Die Feier in Stamsried

Der Zeitungsbericht setzt den Rahmen: „Der Austausch der Gemeindepartnerschaften drückt den vier festlichen Tagen in Stamsried ein Siegel auf, das bestimmt unauslöschbar in die Geschichte dieser 830 Jahre alten oberpfälzischen Gemeinde eingeprägt sein wird.“

Der Chronist der Sängerrunde ist nüchterner. Er hält fest, was für einen Chor der Kern des Tages ist – wo gesungen werden konnte und wo nicht:

„Bei den Veranstaltungen im Bierzelt konnte natürlich nur eine Blasmusikkapelle durchdringen. Es waren ja auch mehr als 2000 Gäste im Zelt, und da war ein Singen unmöglich.“

„Sehr schön war die Festmesse vor dem Schloß. Musikkapelle St. Marienkirchen und Sängerrunde gestalteten diese 3-spännige Messe (Pfarrer von Suben u. Stamsried u. Kaplan v. St. Marienkirchen)“

Im Band kleben zwei Fotografien und darunter die Zeile „Partnerschaftsfeier in Stamsried 30. Juni 1. Juli 1979“. Auf der oberen trägt ein Mann eine Tafel voran, auf der „Sängerrunde St. Marienkirchen bei Schärdg.“ steht – die einzige Aufnahme dieser sechs Jahrgänge, auf der im Bild selbst steht, wer abgebildet ist.

 

Die Unterzeichnung im September

„Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden in der Aula der Richard Billinger Volksschule St. Marienkirchen – Gemeindepartnerschaft Stamsried – St. Marienkirchen – Suben. Festzug und Festabend in der Reithalle in Suben. Landeshauptmann Ratzenböck war anwesend.“

„Beim Frühschoppen am Sonntag nach der ‚Jägermesse‘ in der Subner Kirche in der Reithalle kamen unsere Volkslieder und ‚La Montanara‘ recht gut an.“

„La Montanara“ hatte ein Sänger der Sängerrunde zehn Jahre zuvor in Stamsried als Solo gesungen; der Zeitungsbericht erinnert daran.

 

Was daraus wurde

Die Gemeinden feiern die Partnerschaft seither in Jahrzehnten: zwanzig Jahre 1999, dreißig Jahre 2009, vierzig Jahre 2019 und fünfundvierzig Jahre 2024. Gerechnet wird ab 1979.