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Am 21. Februar 1985 beschloß der Gemeinderat von St. Marienkirchen, zwei Männer zu Ehrenbürgern zu ernennen: den Chorleiter der Sängerrunde, Oberschulrat Konsulent Friedrich Gangl, und den Gemeindesekretär im Ruhestand Josef Schmid. Am 6. Juni wurde gefeiert, im Putzinger Saal.
Der Chronist hält es in vier Zeilen fest:
„Ehrenbürgerfeier für Gemeindesekretär Josef Schmid und OSR Friedrich Gangl mit Kirchenchor, Männerchor, Stamsrieder Sängern u. Musikern und vielen Gästen im Putzinger Saal. (Siehe Zeitungsausschnitt) Johann Wimmeder dirigierte den Männerchor, Mag. W. Hintersonnleitner den Kirchenchor.“
Den Zeitungsausschnitt hat er eingeklebt. Er erschien am 20. Juni 1985 unter der Überschrift „St. Marienkirchen dankte zwei Vorbildern: Ehrenbürgerwürde“.
Friedrich Gangl
„Konsulent Gangl unterrichtete von 1947 bis Oktober 1984 an der Volksschule, deren Leiter er seit 1974 war. Seit 1947 ist Gangl Chorleiter der Sängerrunde und führt seit 1963 den Kirchenchor. 1980 wurde er zum Konsulenten ernannt. 1982 erhielt er den Titel Oberschulrat verliehen.“
„Ein besonderes Anliegen OSR Gangls war und ist die Würdigung des Dichters Richard Billinger. Unter vielen anderen Verdiensten sei noch erwähnt, daß die Partnerschaft mit Stamsried auf OSR Gangl zurückzuführen ist.“
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Wann |
Was |
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1947 |
Lehrer an der Volksschule und Chorleiter der Sängerrunde – so der Bericht. Die „Chamer Zeitung“ nannte ihn 1972 „Dirigent der Sängerrunde seit 25 Jahren“. |
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1963 |
Er übernimmt den Kirchenchor. |
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1974 |
Leiter der Volksschule. |
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4. Dezember 1980 |
Konsulent der oberösterreichischen Landesregierung; die Sängerrunde feiert es mit. |
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1982 |
Oberschulrat. |
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7. Juni 1984 |
Die Gedenkstunde zum 20. Todestag Richard Billingers, die er leitet und als „Kustos des Gedenkraumes“ zeichnet. |
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12. Oktober 1984 |
Sein sechzigster Geburtstag. |
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Oktober 1984 |
Ende des Schuldienstes. |
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6. Juni 1985 |
Ehrenbürger von St. Marienkirchen. |
Josef Schmid
„Sekretär Josef Schmid stand von 1945 bis 1979 im Gemeindedienst, davon von 1964 bis 1979 als Amtsleiter, wobei er der Bevölkerung stets mit Rat und Tat zur Seite stand. Besonders als Musiker erwarb er sich unschätzbare Verdienste für die Gemeinde.“
„Von 1931 bis 1979 war Schmid aktives Mitglied der Musikkapelle, deren Obmann er fast zwanzig Jahre war. … Daß nach dem Krieg in St. Marienkirchen wieder eine Musikkapelle erstehen konnte, war fast ausschließlich ein Verdienst Josef Schmids.“ Die Kapellmeisterstelle hatte er seit 1949 inne und legte sie 1976 zurück; er wurde Ehrenkapellmeister.
Die Chronikbände kennen ihn als Kapellmeister: 1962 spielte „die stramme Ortsmusikkapelle unter Kapellmeister Josef Schmid“ in neuer Festtracht ein Platzkonzert, und 1976 nennt ein Bericht die Musikkapelle „unter Kapellmeister Schmid“.
Die Feier
„Bürgermeister Pichler begründete in seiner Laudatio die Verleihung der Ehrenbürgerschaft durch den Gemeinderat und überreichte unter großem Applaus die Ehrenbürgerurkunden. Pfarrer Johann Loidl bezeichnete beide Ehrenbürger als ‚Männer der Kirche‘.“
Der Bezirksschulinspektor nannte die Ehrenbürgerschaft eine „Rarität“, der Bezirkshauptmann würdigte das Kulturschaffen beider „über die Gemeindegrenzen hinaus“.
„Bürgermeister Wolfgang Spießl aus der Partnergemeinde Stamsried, der mit dem Gemeinderat, den Sängern und Musikern seiner Gemeinde zur Ehrenbürgerfeier erschienen war, dankte vor allem OSR Gangl für die Grundsteinlegung der Partnerschaft und beiden Ehrenbürgern für die vielen musikalischen Darbietungen in Stamsried.“
„Konsulent Prof. Hermann Edtbauer überbrachte die Grüße des Oberösterreichisch-Salzburgischen Sängerbundes.“
„Konsulent Gangl dankte mit einem selbstverfaßten Gedicht auch im Namen von Josef Schmid für die große Ehrung und versprach, auch in Zukunft die ganze Kraft für das Kulturleben der Gemeinde zur Verfügung zu stellen. Die Stamsrieder Sänger, die Musikkapelle, die Sängerrunde und der Kirchenchor umrahmten die stimmungsvolle Feier.“
Wer den Männerchor dirigierte
An diesem Abend stand nicht der Chorleiter vor der Sängerrunde, sondern Johann Wimmeder – so wie bei den Hochzeiten von 1974, 1975 und 1977 und beim Begräbnis des Schwiegervaters des Chorleiters im Juli 1984. Der Band 1979 nennt ihn „Chorleiter-Stellvertreter“.
Siebzehn Jahre zuvor, im Mai 1968, hatte die Sängerrunde schon einmal bei einer Ehrenbürgerfeier gesungen – damals für Dechant Pfarrer Vösenhuber und Altbürgermeister Biereder.