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Chronik 1981 - Das Gausingen des Inngaues in St. Marienkirchen

Am Sonntag, dem 4. Oktober 1981, hatte die Sängerrunde St. Marienkirchen zwei Auftritte an einem Tag – und für den zweiten war sie die Gastgeberin. Der Chronist nennt es eine „Doppelveranstaltung“:

„Vormittag Gestaltung des Altentages und nachmittag großes und sehr erfolgreiches Gausingen im Putzingersaal. Wir wirkten als Sängerrunde u. als Chorgemeinschaft mit je 2 Chören mit. Wichtig war die hervorragende Verstärkeranlage d. H. Holz aus Andorf.“

Es ist der einzige Anlaß dieser sechs Jahrgänge, von dem sich gleich vier Zeugnisse erhalten haben: der Chronikeintrag, ein gedrucktes Programm auf zwei Seiten, ein Zeitungsbericht und ein Bühnenfoto.

 

Das Programm

Der Programmzettel trägt den Kopf „Oberösterreichisch-Salzburgischer Sängerbund 1864 (1949)“ mit dessen Linzer Anschrift und darunter die Zeile „Gausingen des Inngaues – 1981 am 4. Oktober 1981 (14,00 h) in St. Marienkirchen b. Sch.“

Zweiundzwanzig Nummern in vier Abteilungen, mit zwei Pausen:

Teil

Überschrift

A

„Viele verachten die edle Musik“ – Werke großer Meister (Nummern 1 bis 7)

B

„Guade Gedanga“ – Volkslieder aus Österreich (Nummern 8 bis 15)

C

„Hymne an das Lied“ – Deutsches Liedgut (Nummern 16 bis 20)

D

Moderne Chorsätze – Lieder aus aller Welt (Nummern 21 und 22)

 

Die vier Chöre aus St. Marienkirchen

Der Band schreibt, man habe „als Sängerrunde u. als Chorgemeinschaft mit je 2 Chören“ mitgewirkt. Das Programm zeigt, wo:

Nummer

Was das gedruckte Programm nennt

Nr. 1

Singgemeinschaft St. Marienkirchen (Ltg.: Fritz Gangl): Psalm 134 „Den Herren lobt mit Freuden“ (H. Schütz) und „Groß ist der Herr“ (C. Ph. E. Bach)

Nr. 16

MGV St. Marienkirchen (Ltg.: Fritz Gangl): „Hymne an das Lied“ (R. Edler) und „Wer sich die Musik erkiest“ (O. Strobl)

Der Programmzettel gebraucht zwei Namen, die der Chronikband nicht benutzt: „Singgemeinschaft“ für die Chorgemeinschaft aus Männerchor und Kirchenchor, „MGV“ für die Sängerrunde selbst. „Groß ist der Herr“ hatten Männerchor und Kirchenchor im Juli bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt gesungen.

 

Wer sonst sang

Das Programm nennt außerdem die Liedertafel Ried 1846, den Gemischten Chor St. Martin, die Liedertafel Obernberg, die Chorgemeinschaft Riedau/Zell, die Liedertafel Weilbach, die Chorvereinigung Reichersberg, die Liedertafel St. Florian, die Liedertafel Altheim, den MGV Mining, den Chor der Skifabrik Fischer, den MGV Antiesenhofen, den Gesangsverein Suben, die Singgemeinschaft Lohnsburg, den Sängerbund Aspach, die Bauernliedertafel St. Georgen, den MGV Vichtenstein, den MGV Taufkirchen an der Pram, den „Widerhall“ Schärding, den MGV Andorf und den Gemischten Chor Andorf.

Zwei Namen darin führen zurück: der Chor der Skifabrik Fischer ist derselbe, zu dessen zehnjährigem Bestehen die Sängerrunde 1977 in Ried gesungen hatte. Und die Chorvereinigung Reichersberg leitet „Roman Foissner“ – der Pater, den der Band 1974 als Organisten der Stiftskirche Reichersberg nennt.

 

Was die Zeitung schrieb

Im Band klebt ein Ausschnitt der Nummer 41 vom Donnerstag, dem 8. Oktober 1981. Er ist überschrieben „Innviertler Sängerfestival“ und im Untertitel „Gausingen des Inngaues zeigte Leistungssteigerung auf – Aus 650 Kehlen erklang das Lied“.

Der Bericht nennt die Gäste – Nationalräte und Abgeordnete, den Sängerbundpräsidenten, zwei Bundeschorleiter, die Bürgermeister vieler Gemeinden – und „alle 21 Chorvereinigungen des Inngaues aus den Bezirken Ried, Braunau und Schärding mit ihren 650 Sängerinnen und Sängern“. Das gedruckte Programm führt zweiundzwanzig Nummern; ob damit dieselbe Zahl gemeint ist, sagt keine der beiden Quellen.

Gauobmann Prof. Hermann Edtbauer eröffnete den Nachmittag mit einem Gedenken an den kurz zuvor verstorbenen Gauchormeister Karl Pilka aus Riedau. Das Programm stellte Gauchormeister Hans Joachim Holz aus Andorf zusammen.

Der Bericht schließt mit einem Satz, in dem die Sängerrunde zweimal vorkommt:

„Die Gaufunktionäre … dürfen sich freuen und können zusammen mit den Organisatoren, der Sängerrunde St. Marienkirchen mit Obmann Maier und Konsulent VD. Fritz Gangl, stolz sein auf diesen ‚Tag des Liedes‘, Heil Dir, Du singendes, klingendes und damit glückliches Innviertler Landl!“

Der Chronikband schreibt den Namen des Obmannes neunzehn Tage später „Mayr“. Beide Schreibungen stehen so da.

 

Das Bild

Im Band klebt ein Farbfoto und darunter, in der Handschrift des Chronisten: „Erstmals Chorgemeinschaft. 4.10.1981“. Es zeigt einen gemischten Chor auf einer hölzernen Bühne – Frauen in Dirndln, Männer in dunklen Anzügen –, davor Topfpflanzen und Blumen, und rechts im Vordergrund eine geschnitzte Tafel mit der Aufschrift „ST. MARIENKIRCHEN“.

Der Zusatz „Erstmals“ steht im Widerspruch zum Jahreseintrag, der das erstmalige Auftreten der Chorgemeinschaft auf den 18. und 19. Juli setzt. Beide Angaben stehen im selben Band.

Das Foto der Zeitung zeigt übrigens nicht die Gastgeber: „Beim großen Sängerfest in St. Marienkirchen wußte der Subener Gesangsverein unter Heinz Breuer besonders zu gefallen. Foto: Himsl“.

 

Der Vormittag

Vor dem Gausingen lag der Altentag. Die Sängerrunde gestaltete ihn seit 1977 – damals hieß er „Tag der Alten“ –, meist im Gasthaus Putzinger. 1981 fielen beide Veranstaltungen auf denselben Tag und in denselben Saal.

Programm des Gausingens des Inngaues, 4. Oktober 1981

Programm des Gausingens des Inngaues, 4. Oktober 1981

Die Rückseite mit den Nummern 12 bis 22

Die Rückseite mit den Nummern 12 bis 22