Chronik Untermenü -->

Chronik 1986 - Abschied von Josefine Schildhammer

Der Chronist beginnt den Eintrag nicht mit der Sängerrunde, sondern mit dem Ort:

„Ein trauriger Tag für die Pfarre St. Marienkirchen. Unsere ‚Pepi‘, Josefine Schildhammer, die 40 Jahre Organistin in St. Marienkirchen und mit der unsere Sängerrunde musikalisch eng befreundet war, mußten wir zu Grabe tragen.“

Sie stand im 62. Lebensjahr.

 

Die letzten Wochen

Sechs Tage vor ihrem Tod probte die Sängerrunde für den Seniorentag ausnahmsweise in der Kirche:

„… da unsere Organistin Pepi Schildhammer schwer erkrankt im Spital lag, und Frau Hauptschullehrer Edith Englputzeder für sie Orgel spielte.“

Für die Erbhoffeier wurde damals die Katschtaler Messe einstudiert. Gesungen wurde sie zum ersten Mal am 5. Oktober, zum zweiten Mal am 12. Oktober – drei Tage nach ihrem Tod.

 

Wann die Bände sie nennen

Wann

Was der Band schreibt

4. Feber 1962

Bei der Hochzeit des Sangesbruders Franz Bernauer singt Karl Ebner „mit Begleitung von Pepi Schildhammer“ das „Ave Maria“ von Gounod.

1964

„Die Pianistin zum Einstudieren der Chöre ist seit Jahren Josefine Schildhammer, die Organistin von St. Marienkirchen.“

31. März 1978

„Ständchen für Josefine Schildhammer z. 55. Gebtstg.“

3. Oktober 1986

Sie liegt „schwer erkrankt im Spital“; eine andere spielt für sie die Orgel.

14. Oktober 1986

Das Begräbnis.

Daß „Pepi“ und Josefine Schildhammer dieselbe sind, schreibt erst der Band von 1986: „Unsere ‚Pepi‘, Josefine Schildhammer“.

Die Parte nennt das 62. Lebensjahr; das Ständchen von 1978 galt dem 55. Geburtstag. Beide Angaben stehen so da.

 

Das Begräbnis

„Wir sangen bei der Einsegnung vor der Leichenhalle ‚Heil’ge Nacht‘ v. Beethoven und am offenen Grabe nach der Ansprache von Chorleiter Gangl wunschgemäß den ‚Schottischen Bardenchor‘.“

Der Band trägt das Begräbnis unter dem 14. Oktober ein. Die Parte nennt Montag, den 13. Oktober 1986; gestorben war sie am 9. Oktober.

Den „Schottischen Bardenchor“ hatte die Sängerrunde zwei Jahre zuvor am Grab des Sangesbruders Johann Gaderbauer gesungen.

 

Die Grabrede

Der Chronist hat die Rede in den Band gelegt, getippt auf einem Blatt ohne Unterschrift:

„Geschätzte Trauergemeinde! Liebe verstorbene Sängerfreundin Pepi!“

„Musik, Gesang, Geselligkeit und Frohsinn waren Dein Lebenselixier. Deine ‚Katzelbergerische Musikalität‘ befähigte Dich, unserer altersschwachen Orgel immer wieder wohlklingende und erbauende Akkorde zu entlocken.“

„Zu Reichtum und Wohlstand hast Du es dabei nicht gebracht, und trotzdem warst Du aufgrund Deiner Genügsamkeit, Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit innerlich reicher als mancher Begüterte.“

„Wir Sängerinnen und Sänger von St. Marienkirchen werden Dich nicht vergessen. Wir danken Dir für die vielen festlichen und frohen Stunden, die wir mit Dir erleben durften.“

„In Dankbarkeit legen wir Dir Kränze vom Kirchenchor und von der Sängerrunde auf das Grab, und wir verabschieden uns von Dir, Deinem Wunsche gemäß, mit dem Chor ‚Stumm schläft der Sänger‘“

Die Rede nennt als gewünschten Abschiedschor „Stumm schläft der Sänger“, der Chronikband den „Schottischen Bardenchor“. Welcher am Grab gesungen wurde, ob einer oder beide, sagen die zwei Blätter nicht übereinstimmend.

Die Grabrede für die „Sängerfreundin Pepi“

Die Grabrede für die „Sängerfreundin Pepi“