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Chronik 1984 - Die Gedenkstunde für Richard Billinger

Richard Billinger ist in St. Marienkirchen geboren – der Band nennt ihn „unseren großen St. Marienkirchner“, die Einladung „den St. Marienkirchner Dichter“. Zu seinem zwanzigsten Todestag richteten die nach ihm benannte Volksschule, die Sängerrunde und der Kirchenchor am Donnerstag, dem 7. Juni 1984, um 20 Uhr in der Aula der Schule eine Gedenkstunde aus.

Der Chronist faßt sie in vier Zeilen:

„Diese Gedenkstunde war sehr gut besucht. Die Lehrkräfte der R. B. Volksschule, der Schülerchor der R. B. VS, die Sängerrunde und der Kirchenchor als Chorgemeinschaft gaben ihr bestes. Jeder Besucher dieser Veranstaltung erfuhr in einem musischen Rahmen das Lebensbild und Lebenswerk unseres großen St. Marienkirchners Richard Billinger.“

Was er nicht schreibt, steht auf drei Blättern, die er in den Band geklebt hat: der Einladung, dem gedruckten Programm und einem Zeitungsbericht.

 

Die Einladung

„EINLADUNG ZUR GEDENKSTUNDE anlässlich des 20. Todestages des St. Marienkirchner Dichters RICHARD BILLINGER am Donnerstag, 7. Juni 1984 um 20.00 Uhr in der Aula der Richard Billinger-Volksschule.“

„Mitwirkende: Schülerchor der Richard Billinger-Volksschule · Chorgemeinschaft (Sängerrunde und Kirchenchor) von St. Marienkirchen · Sprecher: Schüler und Lehrer der R. Billinger-VS“

Unterzeichnet ist sie „Friedrich Gangl, Kustos des Gedenkraumes“ – ein Amt, das in keinem anderen Band vorkommt. Es ist nach der Kellerfest-Einladung von 1982 das zweite unterschriebene Schriftstück dieser Jahrgänge, und beide tragen seinen Namen.

 

Das Programm

Der getippte Programmzettel wechselt durchgehend zwischen Chor und Sprecher. Die Sängerrunde singt vier Stücke, die Chorgemeinschaft zwei, der Schülerchor fünf; dazwischen tragen Schüler und Lehrer rund zwei Dutzend Texte Billingers vor, vom „Hahnenschrei“ über den „Pflüger“ bis zur „Auferstehung“.

Wer

Was

Chorgemeinschaft

„Groß ist der Herr“ von K. Ph. Emanuel Bach · „Ave Maria“ von Anton Bruckner

Sängerrunde

„Alle gute Gabe“ von Cesar Bresgen · „Kimmt scho hoamli die Nacht“, Chorsatz F. Gangl · „Kein schöner Land“, Chorsatz von Robert Edler · „Gute Nacht, Ihr Freunde“ von Wilhelm Kienzl

Schülerchor

Begrüßungskanon, Weise von Moritz Hauptmann · „Sei wach und behende!“, Weise von Werner Gneist · „Das Tor ist aufgetan“, Kanon von Cesar Bresgen · „Der Herrgott gibt’s Leben“, mündlich überliefert · „Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt“

Zwei Stücke führen zurück. „Groß ist der Herr“ hatten Männerchor und Kirchenchor 1981 bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt gesungen und im selben Jahr beim Gausingen wieder; das siebenstimmige „Ave Maria“ Bruckners stand 1983 bei der ersten Maiandacht auf dem Programm. Und „Gute Nacht, Ihr Freunde“ war sieben Monate zuvor am Grab des unterstützenden Mitgliedes Johann Murauer erklungen.

⁠Der Chorsatz zu „Kimmt scho hoamli die Nacht“ stammt von Friedrich Gangl selbst. Es ist der einzige Beleg in allen Bänden dafür, daß der Chorleiter auch gesetzt hat – 1983 hatte er zur Telefoneinschaltfeier einen eigenen Liedtext geschrieben.

Gedruckt und vervielfältigt hat den Zettel die Raiffeisenbank St. Marienkirchen.

 

Was die Zeitung schrieb

„Anläßlich des 20. Todestages von Richard Billinger fand unter Leitung von Volksschuldirektor OSR Konsulent Friedrich Gangl am 7. 6. in der Volksschule eine eindrucksvolle Gedenkstunde statt. Gangl, Lehrer und Schüler der Richard-Billinger-Volksschule brachten Gedichte und Prosastücke des Dichters zu Gehör. Der Schülerchor und die Chorgemeinschaft umrahmten die Feierstunde, die bei den Besuchern einen tiefen Eindruck hinterließ.“

„Daß heute dem dichterischen Werk Billingers in St. Marienkirchen und weit darüber hinaus Achtung entgegengebracht wird, ist einzig und allein Konsulent Gangl zu danken.“

Dem Bericht ist ein Foto beigegeben; die Unterschrift lautet „Die Chorgemeinschaft St. Marienkirchen/Sch. unter OSt. Konsulent Friedrich Gangl.“

 

Richard Billinger in den Chronikbänden

Wann

Was der Bestand verzeichnet

1972

Bei der Weihnachtsfeier werden Billinger-Gedichte vorgetragen.

1973

Ein Abend „mit Billinger u. Waggerl“.

17. Oktober 1976

Die Feierstunde „Herbst mit Richard Billinger“ mit Uwe Dick und Prof. Hans Ziegler, für eine Fernsehaufnahme gestaltet – und der erste Auftritt der Sängerrunde in neuer Tracht.

22. Oktober 1977

Die Kunstausstellung in der neuen Richard-Billinger-Volksschule und die Pflanzung der Richard-Billinger-Linde.

11. Juni 1978

Beim Bundessängerfest in Steyr kommen St. Marienkirchner Sänger im Fernsehen ins Bild.

22. und 23. September 1979

In der Aula derselben Schule werden die Partnerschaftsurkunden mit Stamsried und Suben unterzeichnet.

7. Juni 1984

Die Gedenkstunde zum 20. Todestag.

Die Einladung, gezeichnet von Friedrich Gangl, „Kustos des Gedenkraumes“

Die Einladung, gezeichnet von Friedrich Gangl, „Kustos des Gedenkraumes“

Das Programm der Gedenkstunde am 7. Juni 1984

Das Programm der Gedenkstunde am 7. Juni 1984